Neuester Bericht:

Meine Kindheit in der ehemaligen DDR

Am 25.10.2017 trafen sich 69 LandFrauen in der Gaststätte "Roes" in Lintig um, nach dem leckeren Schnitzel, dem Vortrag von Frau Gesine Lange "Meine Kindheit in der ehemaligen DDR" zu lauschen. 1967 wurde Frau Gesine Lange, geb. Gauck als 3. Kind des Theologen und ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck und seiner Frau in Rostock geboren. Nach 4,5 Jahren zog die Familie vom Land in eine "moderne" Plattenbausiedlung in die Rostocker Innenstadt, da Herr Gauck eine neue Stelle als Pfarrer angeboten wurde. Er sollte in den Neubaugebieten eine neue Gemeinde gründen und aufbauen. Obwohl die Familie nun fließendes Wasser und Sanitäre Anlagen in der Wohnung hatten, war die Gegend doch ein großer Schock für alle Familienangehörige. In der Schule waren Frau Lange und ihre älteren Brüder immer Außenseiter, da sie Christen waren und nicht bei den Pionieren bzw. später in die FDJ eingetreten sind, ab und zu haben sie dort mitgemacht, aber nur, wenn es für sie sinnvolle Aktionen gab (wie z.B. Müll sammeln). Schon früh wurde den Kindern in der Krippe und der Schule die Leitbegriffe und Richtlinien bzw. die Erziehung des Staates beigebracht, z.B. war der antifaschistische Schutzwall die Mauer. Den Kindern wurde immer wieder erzählt, dass die Mauer zum Schutz der Bevölkerung errichtet wurde, denn dahinter lauerten die bösen Westmächte mit ihren Panzern. Die Umgebung in der DDR kam Frau Lange immer sehr grau vor, es war überall sehr dreckig, denn durch die ganzen Kraftwerke im Land wurde die Luft sehr verschmutzt.

Die Familie Gauck hatte Verwandte in Bremen, die immer wieder Pakete in den Osten schickten und die Cousine kam oft zu Besuch, nur leider durften die Gauckkinder nie einen Gegenbesuch machen, was für sie schwer verständlich war, es aber für gegeben hinnehmen mussten.

Anderssein war in der DDR nicht erwünscht, es zählte nur die Gemeinschaft/ das Kollektiv, nie die einzelne Person. Der Staat hat alles gelenkt und alle Entscheidungen abgenommen, so dass man selber gar nicht nachdenken musste. Dieser Umstand hat es vielen DDR Bürgern nach der Wende schwer gemacht, sich in der "Westweld" zurecht zu finden.

Nach dem Mauerfall wurde die Wohnung der Gaucks untersucht und 12 Wanzen gefunden, mit denen die Stasi die Familie überwacht und abgehört hat. Frau Lange und ihre Brüder sind einige Jahre vor dem Mauerfall nach und nach in den Westen ausgesiedelt, um zu studieren bzw. hatte Frau Lange ihren zukünftigen Mann kennen gelernt und durfte zur Familienzusammenführung die ausreise beantragen. Die Eltern und die jüngere Schwester blieben vorerst in Rostock.

 

Es war ein sehr interessanter Vortrag, der einen doch zum Nachdenken angeregt hat, insgeheim dachte ich immer wieder: "Wie gut, dass du im Westen aufgewachsen bist!"


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