Moore und Klima

 „Moore sind für das Klima unendlich wichtig“ – das war die eindeutige Aussage des Referenten Dr. Hans-Joachim Andres in der Vortragsveranstaltung des Landfrauenvereins Beverstedt. In dem Zusammenhang bedeutet es für den Klimaschutz, die Kohlendioxid(C02)-Freisetzung zu verhindern und die Sauerstoff(02)-Produktion zu fördern. Zum Schutz der Moore ist das „Wunschdenken“ kein Torfabbau, keine Landwirtschaft auf Moorböden, kein Straßenbau auf Moorböden. Mit großer Sorge sah Dr. Andres die Zerstörung wichtiger Biotope durch den geplanten Bau der A20, die durch viele Moorgebiete der Region führen wird. „Ausgleichsmaßnahmen sind kein Ersatz für zerstörte Natur – das funktioniert nicht“ ist sein Standpunkt.

Mit dem Blick auf aktuell häufig und intensiv diskutierte Themen wie Bauern-Demos, Mauerfall sowie Wachstum und gewollte Reduzierung der Weltbevölkerung eröffnete Vorsitzende Imke Spinken die Vortragsveranstaltung. Zu ihrer Mahnung „wir haben nur eine Erde“ klinkte sich Referent Dr. Andres mit seinem Thema „Moore & Klima“ ein.

„Mitten in der Wildnis“, wie er es selber darstellte, hat sich der Tierarzt u. Journalist Dr. Hans-Joachim Andres  als Organisator des Seminar- und Kunsthauses „Die blaue Leiter“ in Beverstedt-Frelsdorf einen Traum erfüllt. Mit dem Ziel, Menschen wieder an die Natur heranzuführen, neue Horizonte zu entdecken bietet er Seminare, Exkursionen, Wanderungen an und öffnet sein Haus für Veranstaltungen, Vorträge sowie Führungen im Kunstmuseum. Seit etwa 65 Jahren geht er selbst fast täglich ins Moor, erklärt damit sein großes  Anliegen für das Moor und zitiert: „Ein Spaziergang in der Natur hilft der Seele zu atmen“.

Sein Domizil, in das er einlädt, ist das große Naturschutzgebiet Malse. Auf seinem Grundstück sagen sich im wahrsten Sinne des Wortes Fuchs und Hase „gute Nacht“. Eine benachbarte Wiese, die hin und wieder überschwemmt wird, zieht Kraniche zum Brüten an. Das Lune-Quellgebiet als interessantes Sumpfgebiet, das Botaniker aus ganz Deutschland anzieht, bietet seltene Pflanzen und im Frühjahr ein Blütenmeer.

Mit wunderschönen, eigenen Fotoaufnahmen der Pflanzen- und Tierwelt, im Umkreis von bis zu 12 Kilometern um Beverstedt herum, stimmte er auf seinen Klima-Vortrag ein.

Grundsätzlich zeigte er sich froh, dass die Jugend jetzt das Thema Klimawandel und Klimaschutz sehr intensiv aufgegriffen hat. Den Zuhörerinnen aus dem Landfrauenverein versprach er, es  so verständlich zu erklären, dass sie es an ihre Kinder und Enkel weitergeben könnten.

In drei Facetten – Entstehung und Natur, Geschichte  und die Kunst mit der dargestellten Einsamkeit der Moore – zeichnete Dr. Andres ihre Schönheit als Besonderheit der Region. Wenn Biotope, Moore eine bestimmte Ausprägung haben, gelten sie vom Gesetz her als geschützt, weil Tiere und spezielle Pflanzen die Lebenswelt brauchen.

Das A und O, Erschaffer und Herz der Moorlandschaften, ist das Torfmoos. Es wächst im Wasser, besteht selbst zu 90 Prozent aus Wasser, hat keine Wurzeln und lebt von Regenwasser. Die drei wichtigsten Eigenschaften: es braucht keinen Dünger, schafft ein saures Milieu  und verrottet nicht. Torfmoos produziert Unmengen von Sauerstoff und ist damit als größter Sauerstoff-Speicher einzustufen.

Ausführlich erklärte Dr. Andres die Klima-Entwicklung mit zu viel Kohlendioxid (C02) und zu wenig Sauerstoff (02) und stellte den Bezug zum Moor her.

66 Prozent entwässerter Moorböden werden als Grünland landwirtschaftlich genutzt. Bereits zwei Zentimeter Torfverlust (Abbau) bedeuten eine erhebliche C02-Freisetzung. Ein Hektar Mais auf Moorboden setzt 14 – 40 Tonnen C02 frei. 35 PKW haben einen ähnlichen Wert. Ein Kohlekraftwerk setzt 12 Tonnen Co2 bei einer Produktion von 16.000 kwh (vergleichsweise die Biogasanlage) 12 Tonnen C02 frei.

Fazit des Referenten: „Das Torfmoos fühlt sich durch Wassermangel, Überdüngung aus der Landwirtschaft, Straßenverkehrs- und Kraftwerksausstoß und damit fehlenden Säureschutz nicht mehr wohl“.

 

Zum Schutz der Moore und des Klimas bedeutet das:  keine Nutzung der Flächen sowie Wiedervernässung, Ständige Pflege der Moorbiotope und Schaffung von Moorkulturen.

 

Fotos und Text Monika Gremke

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