Neuseeland - Spannende Einblicke

Neuseeland - Meine Reise ans andere Ende der Welt

Ein Bericht von Rebecca Mangels

Während meines achtmonatigen Aufenthalts in Neuseeland durfte ich neben der traumhaft schönen Landschaft die dortige Milchviehhaltung im Rahmen eines Praktikums kennenlernen. Das Praktikum absolvierte ich auf dem Milchviehbetrieb Flaxwood South der Familie Pease im Distrikt Southland auf der Südinsel. Für die run 1000 Jersey und Holstein Frisian Kühe des Betriebes stehen 350 ha arrondiertes Grünland zur Verfügung. Wie auf den meisten neuseeländischen Milchviehbetrieben werden die Kühe der Familie Pease ganzjährig im Freien gehalten. Grund dafür sind die optimalen Witterungsbedingungen mit ausreichend Niederschlag, vielen Sonnenstunden, sowie Durchschnittstemperaturen von 22 °C im Sommer und 11 °C im Winter. Kuhställe sucht man auf dem typisch neuseeländischen Betrieb daher vergeblich. Ein gut ausgebautes Wegesystem für die Kühe, sowie ein optimales Weidemanagement sind hingegen essentiell. In Neuseeland wird auf einem Großteil der Betriebe die saisonale Abkalbung durchgeführt. Das heißt, dass die Kühe nicht wie bei uns in Deutschland das ganze Jahr über vereinzelt Kälber bekommen, sondern alle Kühe innerhalb eines bestimmten Zeitraumes abkalben. In der Regel finden die Abkalbungen im neuseeländischen Frühling statt, sprich in den Monaten August und September. Hier beginnt die Vegetation von Neuem und den Kühen steht für die Milchproduktion ausreichend Gras auf den Weiden zur Verfügung. Die für die Nachzucht erforderlichen Kälber werden zehn Wochen lang mit Milch getränkt und anschließend in den sogenannten "Run-Off" geschickt. Als "Run-Off" werden Betriebe bezeichnet, die sich um die weitere Aufzucht der Kälber und späteren Färsen kümmern. Die nicht benötigten Kälber werden als Kalbsfleisch in der Heimtierfutterindustrie verwendet. Voraussetzung für das saisonale Abkalben ist das saisonale Besamen. Dazu wird auf Flaxwood South ab November für sechs Wochen lang die künstliche Besamung durchgeführt. Um die bis dato nicht tragend gewordenen Kühe abzufangen, kommen im Anschluss bis Anfang Januar Bullen mit in die Herden. Kühe, die auch von den Bullen nicht tragend werden, fallen aus dem "System", denn sie würden nicht mehr bis Ende September/ Anfang Oktober abkalben. Diese Kühe werden noch bis zum Saisonende gemolken und müssen anschließend ihre Reise zum Schlachthof antreten. Genauso wie das saisonale Abkalben und das saisonale Besamen wird das Trockenstellen der Kühe saisonal durchgeführt. Um den Kühen eine Trockenstehzeit von zwei Monaten zu ermöglichen, werden die Kühe Anfang Juni trockengestellt. Besonders in Neuseeland ist, dass die Kühe während der Trockenstehphase nicht auf den eigentlichen Betrieben verbleiben, sondern auf sogenannten „Dry-Off-Farms“ gehalten werden. Das sind Betriebe, die über die Trockenstehzeit sämtliche Herden aufnehmen und versorgen. Da auch im neuseeländischen Winter der Grasaufwuchs für die Fütterung nicht ausreicht, bauen die „Dry-Off-Farms“ unter anderem Grünkohl an, in diesem verbringen die trockenstehenden Kühe dann den Juni und August. Für die leerstehenden Milchviehbetriebe bedeutet die Trockenstehperiode Zeit für Regeneration und Erholung sowohl für Mitarbeiter als auch für die intensiv bewirtschafteten Flächen. Ab August heißt es dann wieder Abkalben und nicht die Nerven verlieren!

Auch wenn sich von der neuseeländischen Milchproduktion nicht viel auf unsere deutschen Betriebe kopieren lässt und die ein oder andere Methode zu hinterfragen ist, möchte ich meine Zeit auf Flaxwood South nicht missen. Die Arbeit in einer wundervollen Landschaft mit wahnsinnig liebenswerten Menschen hat unglaublich viel Spaß gemacht und mein Leben bereichert. Gerne denke ich auch an die Reise, die im Anschluss an mein Praktikum folgte, zurück. Diese führte mich unter anderem zum Milford Sound, ein an der Westküste der Südinsel gelegener Fjord, in dem Robben, Pinguine und Delphine zu Hause sind. Weiterhin besuchte ich den malerisch schönen Küstenabschnitt The Catlins im Osten der Südinsel, sowie den mit Gletschern durchzogenen Mount Cook Nationalpark im Zentrum der Südinsel. Auf der Nordinsel durfte ich den wohl symmetrischsten Vulkan auf Erden, den Mount Taranaki, bewundern und einen Atemzug voll Schwefel in der von Geysiren, Thermalquellen und brodelnden Schlammlöchern umgebenen Stadt Rotorua nehmen. Glücklich und zufrieden endete mein Neuseeland-Abenteuer schließlich am nördlichsten Punkt des Landes, dem Cape Reinga. 

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