„Jetzt wird es bunt“ – Ist Gemüse das neue Fleisch?

„Das Thema Ernährung liegt den Landfrauen am Herzen“.  Damit kündigte die Vorsitzende des Beverstedter Vereins den letzten Vortragsabend der Saison „Jetzt wird’s bunt – Ist Gemüse das neue Fleisch?“ an. Karin Reinking von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen nahm damit die vegetarische und vegane Ernährung mit einer eindeutigen Tendenz zur konventionellen Mischkost mit Fleisch unter die Lupe. Ihr Fazit zum Abschluss: Jeder sollte über sein Essverhalten selber entscheiden. Wichtig seien ausreichende Ernährungskompetenzen. Vor allem vegetarische/vegane Ernährung erfordere gute Fachkenntnisse, viel Zeit und Kopfarbeit, um mit allen nötigen Nährstoffen versorgt zu werden.

Das Stichwort war „Ernährungsbildung“, zu der die Landwirtschaftskammer, Landfrauenverbände und Vereine mit Vorträgen, Kochbüchern bis hin zum „Kochen mit Kindern“ beitragen wollen.

„In Deutschlands Küchen und Vorratsschränken ist nicht mehr so wie es einmal war“ eröffnete die Referentin ihren sehr komplexen Vortrag und kam nach ihren Worten über die „Ernährungmoden“ mit Vollwert der 80er Jahre zum jetzigen „Trend“ vegetarisch. An verschiedenen Beispielen (Fleischimitate, veganer Käse, Ersatzprodukte) wollte sie deutlich machen, dass es nichts gibt, was es nicht gibt. Der Boom seien Milcher-satzprodukte und Brotaufstriche.

Zu der Frage „Ist die Zukunft vegetarisch“, wie es der Vegetarische Bund voraussagt, und zu „vegetarischen Verbraucherzahlen“ riet sie, bei Umfrageergebnissen darauf zu achten, woher die Infos kommen.

Dem gegenüber stand ihre Aussage, dass laut Umfragen der Fleischverzehr zwar etwas rückgängig sei, aber die meisten Deutschen mehr Fleisch essen, als ihrer Gesundheit gut tut.

Mit einer Fülle von Informationen ging Reinking detailliert auf die unterschiedlichen Ernährungsweisen von vegetarisch, vegan über Ovo lacto vegetabel bis Pecetarier ein, einer Personengruppe, die laut Referentin mit Eiern, Milch, Pflanzen und Fischverzehr alle nötigen Nährstoffe bekommen kann, wenn sie sich auskennt. Als neueste, wachsende Gruppe beschrieb sie die Flexitarier = Teilzeitvegetarier, die keine strengen Regeln zum Verzehr von Nahrungsmittel verfolgen, aber auf eine gesunde, bewusste und nachhaltige Ernährung achten.

Den Grund für den Verzicht von tierischen Lebensmitteln umschrieb die Referentin mit der „Sehnsucht zurück zur Natur“, um mit dem Überfluss an Reizen, Ernährung, Medien etc. klarzukommen.

Das komplexe Thema mit den dargestellten Gründen für den Verzicht von tierischen Lebensmitteln (Ethik/Tierschutz, Ökologie, Gesundheit, religiöse und soziale Gründe, Geschmack), mit den Inhaltsstoffen/Zusatzstoffen bei vegetarischen Lebensmitteln, Transportwege (Obst, Gemüse, Fleisch ebenso aber auch Soja aus aller Herren Länder) löste bei den Zuhörerinnen durchaus Emotionen in die eine wie die andere Richtung aus.

Die ehemalige Vereinsvorsitzende Helga Silber beschrieb das in ihrer Wortmeldung für sich wie einen Teufelskreis und ausgesprochen schwierig, eine begehbaren Weg zu finden.

Auf Grund der Ernährungspyramide stellte Karin Reinking abschließend die Vorteile der Ernährung von Mischköstlern mit Fleisch (hohe Nährstoffdichte, biologisch hochwertiges Eiweiß, reich an Mineralstoffen und Vitamin B) und Vegetariern (viel Volumen, gute Sättigung und Ballaststoffgehalt, sorgt für niedrigen Blut-Cholesterien-Spiegel, reich an Vitaminen und Mineralstoffen) gegenüber.

Dazu zitierte sie die  Aussage der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: Aus gesundheitlichen Gesichtspunkten spricht nichts gegen eine pflanzliche Ernährung plus Eier und Milchprodukte.

Die Ernährung ab und zu mit Fleisch ist gut, besonders für Personen mit erhöhtem Nährstoffbedarf (Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche.

Sie ergänzte dazu, das Vitamin B12 nur durch Fleisch zu bekommen ist und ein Mangel  bei veganer Ernährung gegebenenfalls ausgeglichen werden muss.

Bericht u. Fotos M. Gremke

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