Landwirtschaft im Landkreis Cuxhaven

Die Referentin Julia Grebe, Geschäftsführerin des Landvolk Kreisverbandes Wesermünde, stellte im Misselwardener Pastorenhaus zunächst die vielfältigen Aufgaben des Landvolkverbandes von den Dorfhelferinnen, der Tätigkeit als Träger öffentlicher Belange, der Beratung in Sozialversicherungsfragen bis zur Begleitung des Antrags eines 15jährigen, Trecker fahren zu dürfen, dar. Auch die Öffentlichkeitsarbeit wird immer wichtiger, da die Landwirte aufgrund ihres geringer werdenden Bevölkerungsanteils keine relevante Wählerschicht mehr darstellen.

Und dann prasselten harte Fakten zur Situation der Landwirtschaft in der Region, die in der öffentlichen Diskussion oft gar nicht so präsent sind, auf das kleine aber interessierte Publikum ein. Sogar zwei Männer hatten sich unter die Frauen gewagt.

Allein für den landwirtschaftlichen Wegebau sind nur im Landkreis Cuxhaven 100 Millionen Euro erforderlich, um Brücken oder Wege zu sanieren und auf die heute erforderlichen Wegebreiten auszubauen. Allein die Sanierung einer Brücke kostet 200.000 – 250.000€. Die Verbreiterung eines Weges von 3 auf 4,50m wird in unserer Region häufig durch die Gräben rechts und links des Weges erschwert, die verlegt werden müssen. Das macht es nicht nur teuer, sondern erfordert auch die Beteiligung z.B. des Naturschutzamtes.

Wussten Sie schon, dass die Landwirtschaft noch vor dem Tourismus der wichtigste Wirtschaftsfaktor im Landkreis ist? Wir produzieren nahezu eine Milliarde Kilo Milch pro Jahr. Sinkt der Milchpreis nur um einen Cent, fließen 8,5 Millionen Euro weniger in den Landkreis.

Weiter ging es um den immer größer werdenden Flächenverbrauch, der Tatsache, dass obwohl die Landwirte nur den geringsten Anteil an Antibiotika verbrauchen, in der Humanmedizin noch kein Monitoring  erfolgt, bis zur Geruchsimmissionsschutzrichtlinie, die in weiten Teilen keinen privaten Hausbau mehr zulässt, da sich niemand freiwillig Gerüchen aussetzen darf. Das führt dazu, dass die Bayern sich erst gar nicht an die Richtlinie halten. Früher gab es überall Misthaufen. Heute ist die Zahl der Stunden, die es stinken darf genau festgelegt.

Julia Grebe führte virtuos durch die gesamte Thematik und machte höchst komplexe Zusammenhänge für uns verständlich. Ein lohnender und informativer Abend. 

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