Lehrer trifft Landwirt

Mit dem Ziel, interessierte Menschen (Verbraucher) in landwirtschaftliche Ställe hineinzuführen, kam es in Lunestedt zu einem ungewöhnlichen Zusammentreffen. Dazu hatten die Beverstedter Landfrauen unter dem Motto „Lehrer trifft Landwirt“ das Kollegium der Waldschule Hagen/Beverstedt eingeladen, um mit der „offenen Stalltür“ im Putenstall von Cord Börger und dem Milchviehbetrieb Thorsten Otten einen Einblick zu gewinnen. Resümee der neuen Vereinsvorsitzenden Imke Spinken: „Es war ein positiver Tag“.

Radelnder Weise traf die große Gruppe mit über 20 Lehrkräften und den Vorstandsfrauen am Betrieb von Antje und Cord Börger ein, der kurz die Hofgeschichte mit dem Beginn traditioneller Landwirtschaft seit dem Jahr 1500 vorstellt.

Mit seiner Putenmast hat sich Börger der seit dem Jahr 2012 bestehenden „Transparenzoffensive Geflügelwirtschaft angeschlossen. Das Wissenschafts- und Informationszentrum Nachhaltige Geflügelwirtschaft (WING) der Universität Vechta begleitet das Projekt wissenschaftlich. Dazu waren Ursula Welting und Dr. Aline Veauthir  für die interessierte Besuchergruppe nach Lunestedt gekommen. Zu dem Ziel einer objektiven und wissenschaftlich fundierten Öffentlichkeitsarbeit erbaten sie mit einer Vorher-Nachher-Befragung u.a. die Einstellung, Vorkenntnisse, Erwartungen und Verbraucherverhalten der Besucher sowie die Eindrücke nach dem Stallbesuch.

Zum Schutz der Tiere mussten dann Lehrer wie Landfrauen eine Schutzkleidung anziehen, bevor sie in zwei Gruppen bei der Führung im Putenstall durch Landwirt Börger und den Bestand betreuenden Tierarzt Dr. Dieter Schulze von der „Praxis am Bergweg“ in Lohne viele interessante Informationen zu den getrennten Phasen der Aufzucht und Mast bis zur 16./21. Lebenswoche der Puten erhielten und sich ein Bild von den Haltungsbedingungen machen konnten.

In dem für die Putenhaltung typischen, offenen Jalousienstall sorgt die Schwerkraftlüftung für die erforderliche Temperatur, gegebenenfalls eine Sprühkühlung im Sommer und im Winter eine Beheizung durch die Biogasanlage für die nötige Regulierung.

Die automatische Fütterung mit sechs verschiedenen Futtersorten wechselt in dreiwöchigen Phasen für die bedarfsgerechte Ernährung mit reduziertem Eiweißgehalt bis zum Ende der Aufzucht. Jeweils 70 Tiere teilen sich eine Tränke.

Besonders interessiert erfragten die Besucher den Einsatz von Antibiotika. Tierarzt Schulze erklärte den speziellen, intensiven Betreuungsvertrag. Sein Schwerpunkt liege nicht in der medizinischen Betreuung sonder in der Einstellung von Fütterung und Flüssigkeit. Mit seinen zwei Stalldurchgängen pro Monat und täglicher Sichtung durch den Landwirt werden Störungen sehr früh wahrgenommen. Vorgeschriebene regelmäßige Impfungen haben das Ziel, möglichst wenig Antibiotikum einzusetzen.  In der Nachbefragung gab es  positive Reaktionen,  dass der Stall überzeugt habe und die Aussage „von diesem Hof würde ich Putenfleisch essen“.

Die kleine Fahrradtour bis zum Milchviehbetrieb Thorsten Otten tat der Besuchergruppe gut, um noch einmal viele Informationen aufzunehmen. Auf dem vom Stammbetrieb ausgesiedelten Hof betreibt der Landwirt für etwa 150 Kühe zwei Melkroboter. Neben den Informationen über die Fütterung, Gülleaufkommen und Verwendung war besonders für die Lehrkräfte die Technik des Melkvorgangs mit dem Roboter total interessant.

Text: M. Gremke

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