Ab in die Pilze

Todesfälle – wie vor wenigen Wochen in Bremerhaven – so brandaktuell sein würde. Mit der Bremer Pilzexpertin Karina Skwirblies durchstreiften 10 Teilnehmer drei Stunden lang einen Teil des Wellener Waldes auf der Suche nach Pilzen, um vor allem giftige von essbaren zu unterscheiden.


Karina Skwirblies ist geprüfte Expertin durch die Deutsche Gesellschaft für Mykologie, ist für das Giftinformationszentrum Göttingen tätig und bietet für den Nabu Exkursionen an. Vor dem Start gab sie zunächst an mitgebrachten Beispielen aus ihrem Pilzkorb, wie dem Riesenschirmling (Parasol) mit verschiebbarem Ring als essbaren Lamellenpilz den ausdrücklichen Hinweis, dass eine ganze Reihe von Merkmalen (Sporen, Lamellen, Röhren), auch am Stil oder Fuß, zu beachten sind.


Deshalb riet sie den Teilnehmern auch, die Pilze nicht abzuschneiden sondern aus dem Boden zu drehen. Die Pilzbasis lässt im Zweifel Rückschlüsse zu und das unterirdische Geflecht wird dabei nicht zerstört.


Dennoch war ihre eindeutige Aussage: „Nur Pilze essen, die man genau kennt“. Auch die Lektüre zum Thema Pilze ist nicht immer hilfreich. Fotos sehen oft anders aus als die Pilze in der Natur. Dann entließ sie die Landfrauen und einen Mann nach kurzer Einführung in die Lebensräume „ab in die Pilze“ und zu einem bei

herrlichem Wetter gleichzeitig schönen Herbsterlebnis. Vorsitzende Helga Silber hatte ein ideales Revier mit Kiefern- und Buchenwald ausgesucht, so dass schon dadurch die Verschiedenartigkeit der Früchte gegeben war.


Das warme und feuchte Wetter hat die Pilze in diesem Jahr sprießen lassen, und die Sammler füllten die Körbe mit allem, was ihnen vor die Finger bzw. Füße kam. In manchem Korb fand sich eine große Vielfalt an Farben und Formen – und Teilnehmerin Freya Liepold kommentierte: „Ich habe das ganz bewusst so gemacht, weil ich es ja lernen will“.


Nach näherer Betrachtung durch die Pilzexpertin blieben dann die meisten Pilze im Wald. Andere Sammler waren da mit glänzend braunen Maronen auf der sicheren Seite. „So ist es richtig“, stellte Karina Skwirblies fest. „Für Anfänger ist es auf jeden Fall einfacher sich an die Familie der Röhrlinge, wie Maronen, zu halten, um zu unterscheiden, von welchen Pilzen man die Finger lassen soll. Unter Lamellenpilzen gibt es viele giftige Arten“.


Nach einer letzten Sichtung, ob die Pilze auch nicht zu alt oder schimmlig waren, blieb für die fleißigen Sammler so manche Pilzmahlzeit mit Maronen, Rotfußröhrling, Krauser Glucke, lila Lacktrichterling, Täublingen, Natterstieligem Schneckling usw. übrig.


Als Lektüre konnte die Expertin empfehlen: „Welcher Pilz ist das?“ von Markus Glück im Kosmos Verlag oder “Der große Pilzatlas“ von Jean-Louis Lamaison und Jean-Marie Polese, erschienen im Tandem Verlag.

Wer seine Sicherheit im Pilze-Sammeln stärken will, hat mit den Beverstedter Landfrauen bei einer weiteren Exkursion (je nach Wetterlage) noch einmal Gelegenheit .

Text u.Fotos Gremke

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